Mit dem PURE BROS durch Argentinien und Chile

© Andreas T.

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Als mich Andreas kontaktierte und mir für sein PURE BROS Stahlrahmen Cyclocross/Expedition den Fertigungsauftrag erteilte war klar, Andreas hat ganz genaue Vorstellungen von dem was sein Rad können und leisten muss.
Andreas fährt richtige Dinger, damit meine ich: Transcontinental Race, Brevet und als nächstes großes Ziel eine Tour durch Argentinien und Chile.
Wir werden Andreas Tour(en) in Bild und Text „live“ hier auf dem PURE BROS Blog veröffentlichen/verlinken und freuen uns sehr auf seine Berichte!

Andreas schildert im Folgenden, wie es zu neuem Rad und neuem Reiseziel kam:

Verbindungsetappe – Oder wie ich zum Pure Bros (Cyclocross Disc 2016) kam

Blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Der Wind aus Westen ist wahrnehmbar. Natürlich kommt er von vorn, allerdings ist er nicht besonders stark. Dennoch greife ich den Lenker in der unteren Position. Einerseits ist es schlichtweg effizient und andererseits ist es auch einfach Gegenwind-Gewohnheit.

In der Tat fühlt es sich wie gepflegte Gewohnheit an. Die Sitzposition sowie die gesamte Ergonomie passt perfekt. Das ist umso bemerkenswerter, als  ich auf einem nagelneuen Rad sitze. Von einer kurzen Testfahrt um den Block abgesehen, ist es eine Premiere. Das Rad wurde vormontiert und schaltungstechnisch absolut sauber justiert geliefert. Nach der Einstellung von Vorbau, Lenker, Lenkkopflager und Sattel ist das Rad komplett einsatzklar.

Ich radel auf der Nordseite der Schlei und der Blick schwenkt verträumt über das blaue Wasser. Die Schlei liegt im nördlichen Schleswig-Holstein und ist ein rund zweiundvierzig Kilometer langer Meeresarm der Ostsee. Die Landschaft ist eiszeitlichen Ursprungs und entsprechend hügelig. Zum Radeln finde ich das abwechslungsreiche Gelände absolut phantastisch. Über Kappeln kommend ziehe ich mit dem neuen Pure Bros meine Bahn über Schleswig in Richtung Friedrichstadt, dem Holländerstädtchen zwischen Eider und Treene. Hier bin ich längst in der topfebenen Marschlandschaft unterwegs, von der landläufig behauptet wird, man könne bereits mittwochs sehen, wer freitags zu Besuch kommt.

Auf dem Weg zum verträumten Hafenstädtchen Tönning, von wo aus es die Eider nicht mehr weit zur Nordsee hat, kommt mir der Gedanke „Verbindungsetappe“ in den Sinn. Immerhin bin ich von der Ostsee an die Nordsee gefahren. Der Rückweg, mit Rückenwind, führt anfangs durch Dithmarschen und anschließend über den Trainingsberg der hiesigen Radsportler, den stolze 106 m hohen Aschberg. Nach 203 Kilometern bin ich wieder zu Hause und kann mir durchaus ein Urteil über mein neues Pure Bros Rad erlauben.

Und genau da kommt die „Verbindungsetappe“ ins Spiel. Verbindungsetappen sind im Rallyesport die Strecken zwischen den Wertungsprüfungen. Vor Jahren konnte ich mal die TV-Übertragungen der neuerdings in Südamerika ausgetragenen Dakar Rallye verfolgen. Die Landschaft hat mich sofort total hypnotisiert. Die Verbindungsetappen waren zum Teil enorm lang und stellten trotz der Wertungsfreiheit Fahrer und Maschinen auf eine harte Probe. Aber selbst die hartgesottesten Profi-Motorradpiloten freuten sich auf den über 4.000 m hohen Andenpässen wie die Schneekönige über die Ausblicke und hielten zum Fotografieren an.

Für mich war klar. Da will ich hin! Noch bevor die Fahrer die Schlussetappe fuhren, wohnten zwei neue Straßenkarten bei mir – Und zwar von Argentinien und Chile. So kam eine Geschichte ins Rollen, die zu einer Auszeit auf dem Rad in Südamerika führen wird. Da ich seit über vierzig Jahren im Rennsattel sitze, habe ich sehr konkrete Vorstellungen, wie mein ideales Gefährt dafür beschaffen sein soll. Tja und das habe ich nun!

Eine Radtour von der Ostsee an die Nordsee und retour ist auch eine Art Verbindungsetappe. Zur Zeit der Wikinger stellten Schlei und Treene sowie eine nur sechzehn Kilometer lange Landpassage einen sehr bedeutenden Handelsweg dar.  Meine Tour folgte grob diesem Weg. Für mich war die Tour die ideale Art ,Verbindung mit dem neuen Rad aufzunehmen.

Verarbeitung und Lackierung sind exzellent. Bemerkenswert erfreulich beurteile ich das niedrige Gewicht des Rades. 10,8 Kilogramm ohne Pedale finde ich für ein Rad dieses Konzeptes absolut hervorragend. Dies inkludiert neben Sattel und Lenker – Schutzbleche, 28mm Reifen Continental Grand Prix 4 Season, Ultegra 3 x 10 Ausstattung, DT Swiss 240 Naben, DT Swiss TK540 Felgen 32 Loch, Avid BB7 Road Bremsen.

Die Rahmengeometrie erlaubt mir die gleiche ergonomische Position wie auf meinem Rennrad, während sie gleichzeitig die Nervosität des Fahrverhaltens mäßigt. Sie ist eine äußerst gelungene Kombination zwischen Gepäcktauglichkeit und ausreichend sportlichem Verhalten ohne Gepäck. (Die Strecke von Geraardsbergen nach Istanbul, welche ich im Rahmen des Transcontinental Race 2015 bewältigte, habe ich beispielsweise auf einem wunschgemäß extrem sportlich ausgelegten Randonneur –Rad zurückgelegt, welches allerdings für Gepäckfahrten deutlich zu nervös wäre.)

Ich würde zu keinem Zeitpunkt zögern, das Pure Bros auch für Brevets oder andere sportliche Langstrecken einzusetzen. Und genau das wird auch geschehen. Doch zunächst geht es mit Zelt und Schlafsack vom nördlichen Schleswig-Holstein nach Tallin.

Im Englischen heißt Verbindungsetappe übrigens ‚liaison section‘. Und ich muss zugeben, dass es mit dem neuen Rad wahrlich etwas von Liaison hat…

Andreas T. , 13.07.2016

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